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Autor Thema: T.C. Boyle - Willkommen in Wellville  (Gelesen 3136 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
timo
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« am: 23.April 2006, 22:35 »

Ich denke mal, dass man wenige Worte über den Autor verlieren muss. T.C. Boyle sollte jedem ein Begriff sein. Ich halte Boyle für einen der palahniukistischen Autoren überhaupt.

Das Buch spielt im Jahre 1907 in Battle Creek, Michigan, jener Stadt in der Kellog's Cornflakes ihren Sitz haben. Hier betreibt Dr. John Harvey Kellogg, der Erfinder der Cornflakes und der Erdnussbutter, ganz zu Schweigen von ca. 75 weiteren gastrisch einwandfreien Nahrungsmitteln, ein luxuriöses Sanatorium für die amerikanische Oberschicht, die er von einem gesunden Leben zu überzeugen sucht. Auf seine Patienten warten schwedische Körperbewegungen, Sinusbäder und Klistiere, Verzicht auf Alkohol, Taba, Sex und Fleisch.
Dr. Kellogg könnte der glücklichste und nicht zuletzt gesündeste Mann auf Erden sein, wären da nicht all diese Leute, die seine Cornflakes kopierten.

Zuerst dachte ich, das gesamte Buch sei ein Witz und fragte mich, welche schrecklichen Erlebnisse Boyle mit Kellogg's gehabt haben muss, dass er den Erfinder der Cornflakes so durch den Kakao zieht. Doch dann habe ich ein wenig recherchiert. Auch wenn die Geschichte frei erfunden ist, so ist es die Figur des Dr. Kellogg nicht. Tatsächlich war ein vegetarischer Gesundheitsfanatiker, der nie mit seiner Frau Sex hatte und sich jeden Morgen Klistiere verabreichte. Dr. Kellogg ist die lebende Witzfigur.
Ich kann das Buch einfach nur jedem empfehlen. Es ist zynisch, sarkastisch und ironisch. Es ist etwas für jeden, der gerne lacht. Das Buch würde übrigens auch verfilmt mit Anthony Hopkins als Dr. Kellogg.
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JohnnyJustice
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« Antworten #1 am: 24.April 2006, 20:45 »

Ich muss sagen das TC Boyle wirklich super war (die letzten 4 Bücher waren, beim besten Willen, wirklich müll). Aber palahniukisch ist doch wirklich etwas sehr sehr anderes. Allerhöchstens seine Kurzgeschichten Sammlungen haben etwas vom Stile Chuck's. Boyle ist ausschweifend und hat Augen für jedes noch so kleine Detail. Chuck ist hingegen der Herr der kurzen prägnanten Sätze.
Meiner Meinung nach jedenfalls.
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« Antworten #2 am: 24.April 2006, 21:21 »

Lasse es mir von einem Freund schicken und werde Euch dann meine Sicht der Dinge mitteilen....
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timo
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« Antworten #3 am: 27.April 2006, 16:34 »

Zitat von: "JohnnyJustice"
Ich muss sagen das TC Boyle wirklich super war (die letzten 4 Bücher waren, beim besten Willen, wirklich müll). Aber palahniukisch ist doch wirklich etwas sehr sehr anderes. Allerhöchstens seine Kurzgeschichten Sammlungen haben etwas vom Stile Chuck's. Boyle ist ausschweifend und hat Augen für jedes noch so kleine Detail. Chuck ist hingegen der Herr der kurzen prägnanten Sätze.
Meiner Meinung nach jedenfalls.


Ich meinte auch nicht palahniukisch vom Schreibstil her. Mehr von den Charakateren und ihrer Welt, in der sie leben. Sie sind eben alle keine Normalos.
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barbara
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« Antworten #4 am: 29.April 2006, 21:13 »

boyle ist einer meiner all time favourites.
"america" und "grün ist die hoffnung" sind absolute klassiker.

als letztes habe ich "drop city" gelesen und hab mich hinreichend amüsiert. nicht wirklich überzeugend aber durchaus kurzweilig.
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timo
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« Antworten #5 am: 30.April 2006, 08:43 »

"Der Samurai von Savannah" kann ich auch wärmstens empfehlen!
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