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Autor Thema: Rant - Für alle, die das Buch gelesen haben  (Gelesen 3991 mal)
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« am: 02.Dezember 2007, 06:03 »

Ich hoffe, ich mache mich nicht gleich unbeliebt, wenn ich ein neues Thema erstelle, aber das hier soll eine Gesprächsplattform für all jene sein, die Palahniuks aktuelles Werk schon fertig gelesen haben und darüber reden möchten.
Klarerweise kann das nicht ohne Spoiler vonstatten gehen, dessen sollte sich jeder, der noch nicht mit dem Lesen fertig ist oder das Buch erst beginnen will, natürlich bewusst sein.

Zu allererst würde mich mal interessieren, was ihr vom Zusammenhang zwischen Rant, Chester und Green Simms haltet. Ich habe die Erzählungen so interpretiert, dass Green ein zukünftiges Ich von Rant ist, das weit aus der Zukunft kommt, aus 2050 vielleicht, wenn wir mal annehmen, dass die Geschichte im Jahre 2015 oder so spielt. Um sich quasi unsterblich, oder zumindest immer besser zu machen, reist er in die Vergangenheit, um sich selbst mehrmals zu gebären, wodurch seine Gene immer mehr verbessert werden (was wissenschaftlich wohl kaum möglich ist - nein, nicht nur wegen des Zeitreisehindernisses -, aber nehmen wir es mal an), in ständiger Hoffnung auf Unsterblichkeit. Allerdings spricht er sich selbst als "Rant" (also derjenige der existiert, während das Buch spielt) vor der Kirche an und setzt ihn über seine wahre Existenz in Kenntnis - warum er das auch immer tut, ist fraglich. Daraufhin macht gegen Ende des Buches Rant selbst eine Zeitreise und wird zu Chester Casey, um zu verhindern, dass Irene geschwängert wird, was ihm aber aufgrund Zuspätkommens nicht mehr gelingt. Somit begnügt er sich damit, sich selbst aufzuziehen und verschwindet nach dem "Tod" Rants erneut zurück in die Vergangenheit, vielleicht um es erneut zu probieren, immerhin wird im letzten Kapitel ja gesagt, dass er kurz nach dem Verschwinden Green Simms' ebenfalls verschwand.

Die Frage ist nur, was Rant damit bezwecken will, sich selbst in der Form von Green davon abzuhalten, seine Vorfahren mit sich selbst zu schwängern. Wieso setzt er offenbar alles daran, Green zuvor zu kommen, sodass dieser sich nicht noch stärker machen kann? Würde das ihn, Rant, nicht ebenfalls stärken, da die "besseren Gene" ja zwangsläufig auch auf ihn zurückfallen würde, da er sich zeitlich ja zwischen Irene und deren Vorfahren und Green befindet? Käme ihm selbst dann nicht eine Schwängerung von Irene, Esther und wie sie alle heißen, zugute?
Und abschließend noch: Wieso will Green plötzlich seine weiblichen Vorfahren umbringen bzw. tut es dann auch mithilfe von allerlei Getier? Was hat er davon, wenn er sie zunächst 13-jährig schwängert, anschließend aber tötet? Ist das eine dieser Methoden, unsterblich zu werden?
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Tyler Durden
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« Antworten #1 am: 02.Dezember 2007, 09:20 »

Und auch hier frage ich: Ödipuss-Komplex? Er zeugt sich selbst, schwängert also seine eigene Mutter.
Ich frage mich nur, ob Chuck das bewusst benutzt hat oder eher unterbewusst^^
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« Antworten #2 am: 02.Dezember 2007, 20:10 »

Na ja, nicht wirklich - Ödipus hat in der griechischen Sage ja ohne es zu wissen seine Mutter geschwängert und seinen Vater umgebracht, das fällt also schon mal flach. Und psychoanalytisch gesehen meint man damit entweder eine besonders starke, jedoch natürliche Zuneigung des Kindes zu seiner Mutter, oder aber wirklich ein Liebesverhältnis zu derselben. Rant zeugt sich aber nicht selbst mit seiner Mutter, weil er diese so sehr liebt, sondern um sich selbst genetisch zu stärken.
Somit kann man in diesem Fall wohl wirklich nicht von dem vielzitierten Ödipus-Komplex sprechen, inwiefern hätte eine Anspielung Palahniuks (der sich der Thematik bestimmt bewusst ist) darüber auch eine Aussage gehabt?
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ZombieChe
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« Antworten #3 am: 03.Dezember 2007, 09:39 »

Wird auch mal Zeit für so einen Thread, nur ist es jetzt schon so lange her, dass ich das Buch gelesen habe, dass ich nicht mehr alles zu 100% im Kopf habe. Wink

Was du geschrieben hast stimmt soweit alles.
Unsterblich, bzw. zum Halbgott wird man (vermutlich), wenn man keine Herkunft mehr hat, also z.B. wenn man seine Mutter tötet, bevor man geboren wurde.
Aus dem selben Grund wollte doch Rant auch Green zuvor kommen, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe. Er wollte auch zum Halbgott werden, aber eben nicht indem er seine Mutter tötet, sondern einfach dadurch, dass er den Akt seiner Zeugung verhindert. Hat nur leider nicht geklappt. Sad
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« Antworten #4 am: 04.Dezember 2007, 17:33 »

Wird wohl so sein. Was ich mich jetzt nur frage: Woher wusste Rant von der Methode des Zeitreisens? Hat Green es ihm vor der Kirche gesagt? Wenn ja, warum, was wollte er damit bezwecken?
Und ein Paradoxon existiert bei der Zeitreisegeschichte durchaus: Was wäre gewesen, wenn Rant nicht in die Vergangenheit gereist hätte und Chester Casey somit nie entstanden wäre? Hätte ja sein können, dass Rant vorzeitig stirbt oder von seiner Zeitreise andersartig abgehalten wird - wie könnte sich das damit vereinen lassen, dass Rant und Chester einander selbstverständlich treffen?
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ZombieChe
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« Antworten #5 am: 04.Dezember 2007, 20:29 »

Ach bitte, das ist doch gerade das interessante an der, bzw an allen Zeitreisegeschichten.  Smiley
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« Antworten #6 am: 07.Dezember 2007, 23:15 »

Ach bitte, das ist doch gerade das interessante an der, bzw an allen Zeitreisegeschichten.  :)
Was, dass immer noch gewisse Fragen übrig bleiben? Nun ja, stimmt schon, aber aufwerfen kann man sie ja dennoch. ;)
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Charlie
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« Antworten #7 am: 22.Dezember 2007, 19:53 »

Viele Dinge kann man hier einfach nicht besprechen, weil sie zu komplex sind.

beispielsweise:
Zitat
Und ein Paradoxon existiert bei der Zeitreisegeschichte durchaus: Was wäre gewesen, wenn Rant nicht in die Vergangenheit gereist hätte und Chester Casey somit nie entstanden wäre? Hätte ja sein können, dass Rant vorzeitig stirbt oder von seiner Zeitreise andersartig abgehalten wird - wie könnte sich das damit vereinen lassen, dass Rant und Chester einander selbstverständlich treffen?
entweder:
a) es ist vorbestimmt, wodurch nichts schief gehen kann
oder
b) wenn die Zeitreise "andersartig abgehalten" worden wäre, würde eine neue Zeitdimension entstehen, die von der im Buch existenten unabhängig ist. Zum Beispiel entstehen jetzt, während wir miteinander kommunizieren, neue Zeitdimensionen.

Aber nun weiter:
Warum reist Rant in die Vergangenheit zurück?
Auf jeden Fall nicht, um Green Taylor Simms zu unterstützen. Es wird in der Graphic-Traffic-Radiosendung erklärt. Er reist zurück, weil er seine Mutter liebt bzw. weil er sie vor der Vergewaltigung seines anderen Ichs bewahren möchte.

Zusammenhang zwischen Rant-Chester-Simms:
Alle drei sind ein und dieselbe Person. Im Buch wurde es sehr gut mit der Dreifalltigkeit erklärt: Sie sind alle drei dieselbe Person, nur eben anders. Ich hab das jetzt so verstanden, dass sie eine eigene Identität entwickelt haben, wobei mMn Rant und Chester wirklich ein und die selbe Person sind. Green Tayler Simms ist sozusagen der Gottvater von beiden.


Aber die ganze Geschichte ist eh unglaublich verworren und kompliziert, deswegen mal zu einer kurzen Bemerkung; kurz, weil ich zu faul bin mehr zu schreiben:
Das Kainsmal ist mMn Chucks bisher intelligentestes Werk. Es ist unglaublich, wie er die realitätsfremden Ungeremtheiten zum Ende hin logisch und verständlich entschlüsselt, erklärt, nimmt es wir ihr wollt. Es ist wirklich ein Buch, welches an die Qualität von Fight Club rankommt. Ich bin immer noch sprachlos und hin und weg von der inneren Logik, die dieses Werk verfolgt. Und vom fehlenden Realitätsbezug kann ich absehen, da er auch in seinen anderen Werken fehlt. Es ist einfach ein Teil seines literarischen Schaffens. ^^ genials Buch!
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« Antworten #8 am: 06.Januar 2008, 10:48 »

Zitat
Und ein Paradoxon existiert bei der Zeitreisegeschichte durchaus: Was wäre gewesen, wenn Rant nicht in die Vergangenheit gereist hätte und Chester Casey somit nie entstanden wäre? Hätte ja sein können, dass Rant vorzeitig stirbt oder von seiner Zeitreise andersartig abgehalten wird - wie könnte sich das damit vereinen lassen, dass Rant und Chester einander selbstverständlich treffen?
entweder:
a) es ist vorbestimmt, wodurch nichts schief gehen kann
oder
b) wenn die Zeitreise "andersartig abgehalten" worden wäre, würde eine neue Zeitdimension entstehen, die von der im Buch existenten unabhängig ist. Zum Beispiel entstehen jetzt, während wir miteinander kommunizieren, neue Zeitdimensionen.
Ersteres ist natürlich gut möglich, zweiteres auch, wenn man daran glaubt, dass es unterschiedliche Zeitdimensionen gibt. Das ist wohl die wahrscheinlichste Erklärung bei diesen ganzen Zeitreisegeschichten - also Paralleluniversen, die durch verschiedene Entscheidungen quasi "entstehen" -, trotzdem scheint hier alles vorbestimmt, da eine Dimension, in der Rant Chester trifft, dann aber nicht in die Vergangenheit reist, ziemlich unmöglich scheint, alleine von der Logik her.

Zitat
Aber nun weiter:
Warum reist Rant in die Vergangenheit zurück?
Auf jeden Fall nicht, um Green Taylor Simms zu unterstützen. Es wird in der Graphic-Traffic-Radiosendung erklärt. Er reist zurück, weil er seine Mutter liebt bzw. weil er sie vor der Vergewaltigung seines anderen Ichs bewahren möchte.
Ach ja, stimmt. Gut, das leuchtet natürlich ein, die Frage die bleibt ist nur, wie er von der Möglichkeit des Zeitreisens erfahren hat. Ich wäre von selbst nicht darauf gekommen, dass man durch einen Autounfall bei monotonem Fahren in die Zeit zurück reisen kann. Cheesy

Zitat
Zusammenhang zwischen Rant-Chester-Simms:
Alle drei sind ein und dieselbe Person. Im Buch wurde es sehr gut mit der Dreifalltigkeit erklärt: Sie sind alle drei dieselbe Person, nur eben anders. Ich hab das jetzt so verstanden, dass sie eine eigene Identität entwickelt haben, wobei mMn Rant und Chester wirklich ein und die selbe Person sind. Green Tayler Simms ist sozusagen der Gottvater von beiden.
Ja, wie schon geschrieben sehe ich das genau so.


Zitat
Aber die ganze Geschichte ist eh unglaublich verworren und kompliziert, deswegen mal zu einer kurzen Bemerkung; kurz, weil ich zu faul bin mehr zu schreiben:
Das Kainsmal ist mMn Chucks bisher intelligentestes Werk. Es ist unglaublich, wie er die realitätsfremden Ungeremtheiten zum Ende hin logisch und verständlich entschlüsselt, erklärt, nimmt es wir ihr wollt. Es ist wirklich ein Buch, welches an die Qualität von Fight Club rankommt. Ich bin immer noch sprachlos und hin und weg von der inneren Logik, die dieses Werk verfolgt. Und vom fehlenden Realitätsbezug kann ich absehen, da er auch in seinen anderen Werken fehlt. Es ist einfach ein Teil seines literarischen Schaffens. ^^ genials Buch!
Das sowieso. Cheesy Besonders genial ist eben, wie er diverse Mythologien, Sagen sowie wissenschaftliche Thesen miteinander verbindet um daraus eine Geschichte zu schaffen, die all dies vereint und somit eine mögliche, plausible Erklärung für die Ereignisse in "Rant" liefert.
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Charlie
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« Antworten #9 am: 06.Januar 2008, 16:12 »

Zitat
Aber nun weiter:
Warum reist Rant in die Vergangenheit zurück?
Auf jeden Fall nicht, um Green Taylor Simms zu unterstützen. Es wird in der Graphic-Traffic-Radiosendung erklärt. Er reist zurück, weil er seine Mutter liebt bzw. weil er sie vor der Vergewaltigung seines anderen Ichs bewahren möchte.
Ach ja, stimmt. Gut, das leuchtet natürlich ein, die Frage die bleibt ist nur, wie er von der Möglichkeit des Zeitreisens erfahren hat. Ich wäre von selbst nicht darauf gekommen, dass man durch einen Autounfall bei monotonem Fahren in die Zeit zurück reisen kann. Cheesy

Autounfall ja, aber nur in Kombination mit Tollwut. Ansonsten geht das nicht, sonst wären Echoes Eltern und sie selbst bei dem Unfall, der sie halbseitig gelähmt hat, selbst in die Vergangenheit gereist, wie eben Green Taylor. Wobei ich mich jetzt frage, ob er da schon Tollwut hatte. buck2 Irgendwie ist das ganze immer noch ziemlich verwirrend.
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« Antworten #10 am: 30.Juni 2008, 19:32 »

Hi mir wurde heute erst das Forum gezeigt.
Also mich interessiert eher eine andere Frage.  Wie wir wissen kamen Echos Eltern bei einem Autounfall ums Leben. In dem anderen Auto war Chester und es hiess auch er war einer von den Wissenschaftlern, die sich mit dem Verkehr beschäftigt haben, wie auch Echos Eltern. Angenommen Rant ist genau so alt wie Echo Lawrens, das bedeutet zu dem Zeitpunkt als der Unfall geschehen ist gabs Rant 2 mal. Am anfang dachte ich, dass es Rants erste Zeitreise war, und dass er nach diesem Unfall mit seiner Uroma geschlafen hat. Ergibt aber keinen sinn, es sei denn er hat seine Geburt irgendwie verschoben.
Oder ein anderer Gedanke. Chester verschwindet am Ende des Buches, vllt reist er in die Vergangenheit und wird zu so einem Wisseschaftler um die Crush-Partys zu schaffen. Wozu bringt er dann Echos Eltern um?
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« Antworten #11 am: 10.August 2008, 11:27 »

@carmacore
das ist wirklich eine gute frage. ich glaube allerdings, dass echo älter als rant ist.  er war zu dem zeitpunkt als echos eltern starben noch nicht geboren.

was mich interessiert: ganz am ende des buches gibt es eine aufzählung mit allen mitwirkenden und was mit ihnen jetzt ist. ich habe den sinn dahinter wirklich nicht verstanden,bin mir aber sicher, dass es einen geben muss. außerdem fehlt echo. und rant auch.
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« Antworten #12 am: 07.Dezember 2009, 01:22 »

Hmm
Es ist schon lange her das ich Rant gelesen habe, wollte mir jetzt aber mal anschauen was ``fremde Personen``, Kritiker oder so dazu sagen. Hab zum Buch in diese Richtung (weiter unten) nichts gelesen, deshab zu weit hergeholt? :

Glaub eine Thematik von dem Buch handelt von der ``Macht´´ die Historiker, Geschichte-Schreiber etc. und in weiterer Folge Religionen, Sekten, haben und seit jeher hatten. (Kann sein das er Das im Buch auch genau so ausgeführt hat, aber egal). Jeder hatte Geschichte in der Schule, also muss alles was wir darüber wissen, was einmal passiert ist, jemand beobachtet und in weiterer Folge niedergeschrieben haben. Es können aber auch Leute Sachen, Tatsachen etc. aufgeschrieben haben, welche so nie passiert sind. Diese ``Poots´´ im Nacken könnten dann also dafür stehen das in einer Gesellschaft alle mit derselben Vergangenheit (Geschichte-Bücher..) aufgewachsen sind.
So erzählt Pahlanjuk relativ am Anfang von einem Nagel im Eis oder so. Detailiert mit Namen & Datum. Wir also wissen, dass es diesen scheiss Nagel im Eis nicht geben kann. Lässt man sich aber darauf ein, dass es den Nagel geben könnte geht dann weiter und sagt diesen Nagel gibt es, kann man in weiterer Folge verschiedenste Absurditäten als wahr zulassen. Man verlässt quasi den ``sicheren´´ Weg der Allgemeinen Wahrheit (Nacht-Tag?).
Will man also die Meinung von Menschen manipulieren, fügen etc. muss man ihnen dementschprechende Informationen geben. (In früherer Zeit wurden Fakten einfach vorenthalten). Darauf ziehlen mMn. Verschwörungstheorien, Sekten, Religionen, ab. Sie bieten für Menschen die an etwas zweifeln oder suchen ``Wahrheiten´´ an und untermauern diese mit Büchern, Schriften etc. Pahlanjuk parodiert dies indem er in dem Buch eine wahnsinnige Religion mit Ritualen, Jungfrau(en), Zeugen usw. entwickelt. So lässt Pahlanjuk dem Historiker im Buch immer wieder diese unmöglichen Fakten erzählen, die den anderen Protagonisten Beweise liefern das Zeitreisen möglich sei. Pahlanjuk verführt einem mitunter, d.h. er lässt die ganzen Partychrasher als charismatische Subkultur daher kommen und zeichnet die Taggeher als Bullen und erzkonservative Eltern.
Das habe ich halt zeitweise durch die Zeilen gelesen, was recht krass war, da man im späteren Verlauf und am Ende draufkommt für was eine Figur, von der man nur von anderen Figuren erzählt bekommt, während des lesens so etwas wie Symphatie entwickelt hat. Nämlich für einen Tollwutinfizierten, der glaubt die Inkarnation von sich selbst zu sein und verhindern will das sein ´´alter Ego`` seine eigene Mutter vergewaltigt, womit er dann nie geboren wäre oder so ähnlich.
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